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Paracelsus

Zu Besuch auf dem Sebastiansfriedhof in Salzburg

16. April 2017 - Am Ostersonntag machten meine Frau Cynthia und ich uns auf den Weg zum Paracelsus Grab auf dem Sebastiansfriedhof in Salzburg. Als Heilpraktiker war es für mich ein besonderes Erlebnis die Spuren unserer naturheilkundlichen Tradition im süddeutschen Raum mit eigenen Augen zu erkunden. Meine Erwartungen wurden mehr als erfüllt, als wir uns auf dem Weg durch die schmale Linzer Gasse in der Salzburger Altstadt dem Sebastiansfriedhof näherten.

Sebastiansfriedhof Salzburg 1 Auf der Höhe der Hausnummer 41 wird man durch ein Schild mit der Aufschrift "Friedhof St. Sebastian" eingeladen in die Geschichte Salzburgs einzutauchen. Der Friedhof ist im historisch sehr bedeutsamen, italienischen Campo-Santo Stil erbaut. Neben Paracelsus sind dort auch andere wichtige Persönlichkeiten begraben, unter anderem einige Familienangehörige des hochbegabten Komponisten Wolfgang Amadeus Mozart.

Paracelsus Grab Sebastiansfriedhof Salzburg 4Nachdem man das kleine Metalltor hinter sich gelassen hat, gelangt man in den wundschön ausgestalteten Arkaden-Gang mit großzügigem Innenhof. In den Arkaden und auch auf der grünen Rasenfläche sind aller Ortens Gräber aus vielen Jahrhunderten Salzburger Geschichte zu finden. Beeindruckend sind die sehr alten, riesigen Lebensbäume, die hoch in den Himmel ragen. Zudem finden sich bewuchs von Schachtelhalm und Efeu auf vielen Gräbern.

Das Paracelsus Denkmal

Wir entschieden uns den Arkaden-Gang im Uhrzeigersinn zu erkunden. Nach nur etwa 30 Metern wurden wir schneller als angenommen auf das Schild "Paracelsus Denkmal" aufmerksam. Der Blick schweifte sofort nach oben und wir konnten es kaum glauben das Paracelsus Grab am Treppenaufgang direkt neben dem Eingang zu Sebastianskirche zu entdecken.

Sebastiansfriedhof Salzburg 3Das Grab von Paracelsus ist dort mit riesigen Marmor-Platten auf der rechten Mauerseite in die Wand eingelassen. Unten hat der Marmor die Form eines senkrechten Rechtecks, darüber die Form eines spitz zulaufenden Obelisken. Die untere Marmorplatte bildet neben einem Schriftzug das Familienwappen von Paracelsus ab. In der oberen Platte befindet sich ein Kreis mit dem in Marmor gemeißelten Portrait von Paracelsus.

Wir waren von der kunstvollen Ausgestaltung und auch der starken Ausstrahlung dieses besonderen Ortes sehr beeindruckt. Nachdem wir zu Ehren von Paracelsus einen Strauß voller Christrosen niedergelegt hatten, waren wir sogleich neugierig auf die Entzifferung der lateinischen Schriftzüge. Glücklicherweise steht dort auch eine Tafel, die bei der Übersetzung ins deutsche, englische, französische und italienische behilflich ist. Dies die deutsche Übersetzung der Grabinschrift:

Paracelsus Grab Salzburg"Des Phillippus Theophrastus Paracelsus, der durch die Alchemie einen so großen Ruhm in der Welt erworben hat, Bildnis und Gebeine. Bis sie wieder mit ihrer Haut umgeben sein werden. Sie wurden bei der Instandsetzung der Kirche im Jahre 1752 aus dem Grabesmoder gehoben und hier beigesetzt.

Hier liegt begraben Phillippus Theophrastus, der berühmte Doktor der Medizin, welcher auch die schrecklichsten Wunden, Lepra, Podagra und Wassersucht und andere unheilbar scheinende Krankheiten durch seine wunderbare Kunst heilte. Und es brachte ihm auch Ehre ein, dass er sein Hab und Gut unter den Armen verteilen ließ. Im Jahre 1541, am 24. September vertauschte er das Leben mit dem Tode. Friede den Lebenden, ewige Ruhe den Toten."

Die Sebastianskirche in Salzburg

Nachdem wir voller Bewunderung für Paracelsus einige Photographien gemacht hatten, gingen wir durch die gleich neben dem Grab gelegene Tür, um der Ostersonntags-Messe in der über 500 Jahre alten Sebastianskirche beizuwohnen. Der Gottesdienst wird von der Priesterbruderschaft St. Petrus abgehalten. Besonders beeindruckend war es, dass die Messe nach dem alten lateinischen Ritus abgehalten wurde. Sicherlich war dies einer der beeindruckendes und mystischsten Gottesdienste an denen ich je teilgenommen habe.

Sebastianskirche SalzburgAlles in allem war unsere Pilgerreise zum Paracelsus Grab auf dem Sebastiansfriedhof in Salzburg ein Erlebnis der unvergesslichen Art, das sicherlich noch lange nachwirken wird. In solchen Augenblicken wird einem die überaus reiche kulturelle Tradition des Alpenraumes bewusst und vor allem auch erlebbar. Wir werden sicherlich bald wieder an diesen religiösen und naturheilkundlichen Kraftort zurückkehren. Denn ein tiefgreifendes Verständnis für unsere geschichtlichen Wurzeln bereichert und inspiriert unser therapeutisches Handeln täglich aufs Neue.

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